2. Information Projekt „Tourismus für alle“

Kurz vor dem Jahreswechsel noch ein paar wissenswerte Informationen. Seit der letzten Information ist neu die Evaluation des Bundesgesetzes über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen – BehiG, August 2015, publiziert worden. http://www.edi.admin.ch/ebgb/00564/00566/00567/06130/index.html?lang=de Diese umfasst eine Auslegeordnung der Umsetzungsbemühungen der letzten Jahre. Man kann der Untersuchung viele positive Entwicklungsschritte der Vergangenheit entnehmen. Vor allem bei der Kommunikation, Zusammenarbeit und Vernetzung von staatlichen und privaten Dienstleistern sind wichtige Weichen gestellt worden. Dass die Sensibilität und das Bewusstsein für die Gleichstellung nicht überall angekommen ist, ist nachvollziehbar. Zentral für die Gleichstellung ist auch die Definition der Behinderung, diese wird im Bericht so beschrieben(Zitat): Das Diskriminierungsverbot der Bundesverfassung (Art. 8 Abs. 2 BV) schützt vor Diskriminierung «wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung». Der Begriff der Behinderung aber wird im BehiG definiert: Behindert ist «eine Person, der es eine voraussichtlich dauernde körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigung erschwert oder verunmöglicht, alltägliche Verrichtungen vorzunehmen, soziale Kontakte zu pflegen, sich fortzubewegen, sich aus- und fortzubilden oder eine Erwerbstätigkeit auszuüben» (Art. 2 Abs. 1 BehiG). Aus unserer Sicht wäre der ausdrückliche Hinweis der Mehrfachbehinderung bei der Definition zentral. Sind doch gerade Menschen mit Mehrfachbehinderungen im Alltag viel stärker betroffen. Bei den einzelnen Kapiteln in der Untersuchung sind die grössten Fortschritte bei den Bauten, dem öffentlichen Verkehr, der Bildung und der Rechtslage erreicht worden. Verhältnismässig viel Platz wird dem Thema Bauen eingeräumt. Wir vermuten, dass die Umsetzung der Gleichstellung bei den körperlich behinderten Menschen durch die klare Zuordnung der Bedürfnisse im Gegensatz zu den cerebral behinderten Menschen, einfacher zu realisieren ist. Bei den Dienstleistungen sind die Hürden am grössten. Die Autoren unterscheiden zwischen staatlichen, konzessionierten und privaten Dienstleistern. Es sind in erster Linie die gesetzlichen Bestimmungen, die staatliche und konzessionierte Dienstleister zum Handeln zwingen. Insgesamt ziehen die Autoren eine positive Bilanz, weisen jedoch darauf hin, dass es noch viel zu tun gibt. Es bleibt zu hoffen, dass das umfassende Datenmaterial bei der Umsetzung für griffigere Massnahmen hilft und die Prozesse beschleunigt.
Einige Punkte aus dem Bericht bestätigen unsere Bestrebungen, insbesondere die grossen Lücken im Dienstleistungsbereich Tourismus/Freizeit, aber auch im Vorgehen und Umsetzen. Sind doch die erfolgsversprechenden Faktoren wie Kommunikation, Zusammenarbeit, Vernetzung, Förderung des Bewusstseins und Sensibilität, Eckpfeiler unseres Projekts. Wir sind bestrebt, die Gleichstellung differenziert zu betrachten, fundamentale Erkenntnisse ernst zu nehmen und die Aspekte der Qualitätssicherung zu gewährleisten. Unterstützend dabei ist ein hohes Mass an Reflexion, Partizipation und Kommunikation bei der Projektumsetzung.
Die Finanzierung des Projekts ist noch nicht gesichert, wir hoffen jedoch, wie geplant zu Beginn des neuen Jahres starten können.
Wir danken allen die uns bis heute unterstützt haben herzlich!

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